Bundestagswahl: AOK präsentiert Positionspapier zur Gesundheitspolitik



In der nächsten Legislaturperiode hält die AOK grundlegende Strukturreformen in der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) für notwendig. In einem am 26. Juni 2013 vorgestellten Positionspapier mit dem Titel „So geht's“, macht die AOK dazu Vorschläge nach dem Prinzip „Problembeschreibung – Lösungsvorschlag“.

Als Probleme im ambulanten Bereich identifiziert die Kasse in erster Linie Fehlanreize bei der regionalen Verteilung der Ärzte und bei der Honorarverteilung zwischen den einzelnen Fachgruppen. Ein Problem, das vielen Ärzten auf den Nägeln brennt, mag die AOK hingegen gar nicht als solches anerkennen: Einen Ärztemangel gibt es ihrer Auffassung nach nicht. Im AOK-Positionspapier heißt es wörtlich: „Noch nie gab es
so viele junge Menschen, die Ärztin oder Arzt werden möchten. Der medizinische Fakultätentag wies jüngst darauf hin, dass in den kommenden zehn Jahren rund 100.000 Studierende ihr Studium erfolgreich abschließen werden. Zieht man von dieser Zahl jene Absolventen ab, die keine ärztliche Tätigkeit aufnehmen werden oder ins Ausland gehen – das sind derzeit 11,6 Prozent –, verbleiben zirka 88.000 Ärztinnen und Ärzte, die in Deutschland bis zum Jahr 2020 ausgebildet werden. Denen stehen jene 72.000 Ärztinnen und Ärzte gegenüber, die laut Kassenärztlicher Bundesvereinigung bis 2020 aus Altersgründen aus der stationären und ambulanten Tätigkeit ausscheiden werden.“

Als Problemlösung fordert die AOK, die Verteilung des Geldes an die Vertragsärzte zwischen den einzelnen Regionen und zwischen den Facharztgruppen neu zu regeln. „Künftige Basis für die Abrechnungen sollten der Behandlungsgrund und der Behandlungsumfang sein. Nicht mehr wie derzeit die ärztliche Verrichtung und die einzelnen Therapieschritte. Das Ziel ist eine leistungsbezogene Vergütung, die sich am Versorgungsbedarf der Patienten orientiert.“

Das vollständige 20-seitige Positionspapier der AOK können Sie hier herunterladen:
www.aok-bv.de



 

 
 
Antje Thiel

26.06.2013