BDC-Vize Rüggeberg: „Fehlerfreie Abrechnung gelingt selten"



Bei der Veranstaltung „Wie verdient der niedergelassene Arzt sein Geld“ des Bundesverbandes Medizintechnologie (BVMed) am 18. Juni 2013 in Berlin führte Dr. Jörg-A. Rüggeberg, Vizepräsident des Berufsverbandes der Deutschen Chirurgen (BDC), die Zuhörer in die Systematik des Einheitlichen Bewertungsmaßstabes (EBM) ein. Dabei erklärte er, wie die Leistungen nach Arztleistung (AL) und technischer Leistung (TL) plus Praxisbedarf (PB) aufgeteilt werden. Die Kostenarten und Kostenstellen ergäben sich aus empirischen Datenerhebungen, die allerdings aus dem vorigen Jahrtausend stammten. Der ursprünglich kalkulierte Punktwert von 5,11 Cent werde nun durch einen einheitlichen Orientierungspunktwert von 3,5058 Cent ersetzt. Diese Abwertung um 30 Prozent kann der Arzt nach Auffassung Rüggebergs nur durch die Senkung von Kosten auffangen.

Die Folgen seien weitere Freisetzungen von Personal, Investitionsstau und Materialeinsparung. „Damit besteht die unmittelbare Gefahr von Qualitätsverlusten in der Patientenversorgung“, lautete Rüggebergs skeptisches Fazit. Er fordert deshalb eine Gebührenordnung mit festen Preisen. Zumindest müssten die im Prinzip vorhandenen Kalkulationsparameter der einzelnen Leistungen verbindlich dynamisiert werden, um Inflationsausgleich und Kostensteigerungen zu berücksichtigen. Ansonsten werde "der kleine Einzelarzt" nicht überleben.

Einen ausführlichen Bericht über die Veranstaltung des BVMed finden Sie hier:

www.bvmed.de
 

 
 
Antje Thiel

21.06.2013