Neuer Facharztvertrag Orthopädie in Baden-Württemberg gestartet



Der bundesweit erste Facharztvertrag von AOK Baden-Württemberg und Bosch BKK wird jetzt aktuell um das Modul Orthopädie erweitert. Neben Orthopäden können auch orthopädisch tätige Chirurgen an dem Vertrag nach §73c SGB V teilnehmen, an den Vertragsverhandlungen war auch der BNC beteiligt. BNC-Mitglieder können bei der Abrechnung zusätzlich Geld sparen.

Orthopädisch tätige niedergelassene Chirurgen in Baden-Württemberg können ab sofort am bundesweit erste Facharztvertrag von AOK Baden-Württemberg und Bosch BKK teilnehmen. Denn dieser wird aktuell um das Modul Orthopädie erweitert. Die Behandlung von Patienten mit Rückenschmerzen, Osteoporose, rheumatischen Beschwerden und anderen Erkrankungen des Bewegungsapparats könne dadurch nachhaltig verbessert werden, hoffen die Vertragspartner, der Berufsverband der Fachärzte für Orthopädie und Unfallchirurgie (BVOU), der Berufsverband der niedergelassenen Chirurgen (BNC), AOK Baden-Württemberg, Bosch BKK und Medi Baden-Württemberg. Wie der Medi-Verbund mitteilte, ist der am 22. Juli 2013 unterzeichnete Vertrag so aufgebaut, dass Schwächen in der Regelversorgung wie unzureichende Beratung der Patienten, mangelnde Behandlungskoordination, wenig aufschlussreiche Diagnoseverfahren und unnötige Eingriffe vermieden werden. Eine zielgerichtete und effiziente Therapie wird dadurch ermöglicht.

Die Regelversorgung liefere nicht die passende Antwort auf die Herausforderungen, vor die orthopädische Volkskrankheiten das Gesundheitssystem stellten, erklärte Dr. Christopher Hermann, Vorstandsvorsitzender der AOK Baden-Württemberg. Die Hauptprobleme sieht Hermann „in der mangelnden Zusammenarbeit von Haus- und Facharzt und einer durch falsche Vergütungsanreize motivierten ‚7-Minuten-Therapie‘.“ Der Vertrag gilt nicht nur für Orthopäden, sondern auch für Chirurgen, die orthopädische Leistungen erbringen. „Die Vergütung im neuen Vertrag ist so aufgebaut, dass sich der teilnehmende Facharzt Zeit nehmen kann für eine ausführliche Anamnese und körperliche Untersuchung sowie eingehende Beratung,“ erläuterte Dr. Dieter Haack, Bundesvorsitzender des Berufsverbandes niedergelassener Chirurgen.

Die teilnehmenden Ärzte profitierten von einem angemessenen, am Versorgungsbedarf orientierten und planbaren Honorar. „Gegenüber der Vergütung in der Regelversorgung streben wir Vertragspartner hier ein Honorarplus von 30 Prozent an,“ kommentierte Dr. Werner Baumgärtner, Vorsitzender von Medi Baden-Württemberg, den Vertragsabschluss. Haack ergänzte hierzu: „Bei der Abrechnung der Vertragsleistungen können BNC-Mitglieder übrigens bares Geld sparen. Sie zahlen eine gegenüber Nicht-Mitgliedern eine deutlich geringere Verwaltungsgebühr an die Managementgesellschaft, die den Vertrag verwaltet.“

Niedergelassene Orthopäden und orthopädisch tätige Chirurgen in Baden-Württemberg können sich ab sofort in den Vertrag einschreiben. Sobald ein Quorum von landesweit 200 teilnehmenden Ärzte erreicht sei, könne die Einschreibung der Patienten beginnen. Teilnehmen könnten Versicherte der AOK Baden-Württemberg und der Bosch BKK, die in das Hausarztprogramm der Kassen eingeschrieben sind.

Details zum Facharztvertrag, Modul Orthopädie, inklusive Vertrags- und Einschreibeunterlagen finden Sie hier:
www.medi-verbund.de
www.medi-verbund.de
 

 
 
Antje Thiel

29.07.2013