Kardiovaskuläre Risiken: Zulassungsbehörden warnen vor Diclofenac



Nach der europaweiten Überprüfung der kardiovaskulären Sicherheit wurden neue Kontraindikationen und Warnhinweise für diese Arzneimittel beschlossen. Darauf hat das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArm) am 16. Juli 2013 hingewiesen. Für Chirurgen ist die Neubewertung des nicht-steroidalen Antirheumatikum (NSAR) Diclofenac von Bedeutung: Wie die Hersteller in einem Rote-Hand-Brief mitteilen, ist der Einsatz von Diclofenac infolge der Neubewertung nun kontraindiziert bei bestehender Herzinsuffizienz, ischämischer Herzerkrankung, peripherer Arterienerkrankung oder zerebrovaskulärer Erkrankung.

Hintergrund ist eine Metaanlayse von mehr als 600 Studien, die im Lancet erschienen war und die Europäische Arzneimittelagentur (EMA) zu einer Warnung vor der systemischen Gabe von Diclofenac als Tabletten und Infusion veranlasst hat. Betroffen sind vor allem Patienten, die mehr als 150 mg Diclofenac täglich einnehmen oder über einen längeren Zeitraum damit behandelt werden. Als nach wie vor unbedenklich gilt die lokale Anwendung von Diclofenac als Gel oder Salbe.

Zu einem Vorbericht der EMA zur Neubewertung von Diclofenac gelangen Sie hier:
www.ema.europa.eu

Zum Rote-Hand-Brief der Diclofenac-Hersteller gelangen Sie hier:
www.bfarm.de

Zu einer kritischen Bewertung der aktuellen Warnungen gelangen Sie hier:
www.medscapemedizin.de
 

 
 
Antje Thiel

22.07.2013