Bahr will die PKV für alle Versicherten öffnen – und erntet überwiegend Kritik



Bundesgesundheitsminister Daniel Bahr (FDP) will allen Bürgern die freie Wahl zwischen privater und gesetzlicher Krankenversicherung ermöglichen. Medienberichten zufolge sagte Bahr, alle Menschen sollten „selbst entscheiden können, wie und wo sie sich versichern wollen“. Hierfür sei es notwendig, dass für jeden die Grundversorgung versichert sei. Bahrs Forderung von Ende August hat bei den gesetzlichen Krankenkassen, aber auch der PKV verhaltene Reaktionen hervorgerufen. Selbst der FDP-Koalitionspartner CDU/CSU kritisiert den Vorstoß und wirft Bahr vor, das FDP-Konzept höhle das Solidarsystem aus.

Vertreter der gesetzlichen Krankenkassen sehen in dem Vorstoß eine „verkappte Rettungsaktion für schwächelnde PKV-Unternehmen“ und einen „zutiefst unsozialen Ausbau der PKV“. Der CDU-Gesundheitspolitiker Jens Spahn gab zu bedenken, dass die von Bahr geforderte Wahlfreiheit mit einem Kontrahierungszwang „unabhängig von Vorerkrankungen oder Alter“ einher gehen müsse, sagte er gegenüber der „Ärzte-Zeitung“. Deren Fachjournalisten wiederum kamen zu dem Ergebnis, der Vorschlag Bahrs werfe mehr Fragen auf als dass er Lösungen anbietet.

Für den PKV-Verband hingegen gehen Bahrs Überlegungen grundsätzlich in die richtige Richtung. „Mehr Wahlfreiheit für die Versicherten und mehr Transparenz bei den Gesundheitskosten sind wichtige Ziele“, sagte Verbandssprecher Stefan Reker gegenüber der Nachrichtenagentur dpa. Auch der Hartmannbund (HB) befürwortete den Vorschlag des Bundesgesundheitsministers. Vorstandschef Klaus Reinhardt erklärte allerdings: „Dass derartige Systemveränderungen mit Augenmaß in Angriff genommen werden und in ihren Konsequenzen bis in die Details vernünftig abgeschätzt werden müssen, ist sicher allen Beteiligten klar.“

Hier finden Sie weitere Informationen zu Bahrs Äußerungen:
www.faz.net

www.aerztezeitung.de

www.hartmannbund.de
 

 
 
Antje Thiel

04.09.2013