Universitätsklinikum Heidelberg rät: Bei akuter Cholezystitis sofort operieren



Gleich operieren oder doch noch abwarten? Eine Studie unter Federführung der Chirurgischen Universitätsklinik Heidelberg hat gezeigt: Patienten, die an einer akuten Gallenblasen-Entzündung leiden, sollten umgehend operiert werden. Eine spätere Operation nach mehrwöchiger Behandlung mit Antibiotika hat nach Angaben der Uniklinik Heidelberg hingegen keine Vorteile. Nach einer Operation innerhalb von 24 Stunden haben die Patienten demzufolge weniger Komplikationen, sind früher wieder fit und können das Krankenhaus schneller verlassen. „Mit dieser Studie konnte eine langjährige Kontroverse endlich wissenschaftlich gelöst werden“, erklärte Prof. Markus W. Büchler, Direktor der Chirurgischen Universitätsklinik Heidelberg. Die zitierte Studie „Acute Cholecystitis-early laparoscopic surgery versus antibiotic therapy and Delayed elective Cholecystectomy“ (ACDC-Studie) ist jetzt in der Fachzeitschrift „Annals of Surgery“ veröffentlicht worden.

Sie wurde an mehreren Zentren in Deutschlandgemeinsam von Chirurgen und Internisten durchgeführt. Sie ist nach Angaben der Universitätsklinik die erste klinische Studie, die beide Therapieansätze - frühe und verzögerte Operation - prospektiv bei zwei großen Gruppen, jeweils rund 300 Patienten, nach zufälliger Gruppenzuteilung untersucht hat. 75 Tage postoperativ habe man die Therapieergebnisse analysiert: Bei einer frühzeitigen Operation gab es demnach signifikant weniger Beschwerden und Komplikationen (11,8 Prozent) als bei dem zunächst konservativen Vorgehen (34,4 Prozent). Auch aus ökonomischen Gesichtspunkten spreche daher vieles für eine frühzeitige Entfernung der Gallenblase: Die unverzüglich operierten Patienten blieben im Durchschnitt nur 5,4 Tage in der Klinik im Gegensatz zu den später operierten Patienten, bei denen der Aufenthalt im Durchschnitt zehn Tage betrug. Dies schlug sich in den deutlich niedrigeren Krankenhauskosten nieder (2.919 Euro vs. 4.262 Euro). Das Fazit der Autoren der ACDC-Studie: „Aufgrund dieser Ergebnisse glauben wir, dass die sofortige minimal invasive Entfernung der Gallenblase die Therapie der Wahl für die akute Cholezystitis bei allen operablen Patienten werden sollte.“

Literatur: Gutt, C., Buechler MW et al: Acute Cholecystitis - Early Versus Delayed Cholecyytectomy, A Multicenter Randomised Trial, Annals of Surgery 2013; 258 (3): 385-393 / doi: 10.1097/SLA.0b013e3182a1599b

Weitere Information im Internet:

5 Fragen an Prof. Markus Büchler zur ACDC-Studie in „Ärzteblatt online“:
www.aerzteblatt.de

Homepage der Chirurgischen Universitätsklinik Heidelberg:
www.klinikum.uni-heidelberg.de
 

 
 
Antje Thiel

04.09.2013