Großbritannien: HIV-positive Chirurgen dürfen wieder operieren



Ein über 20 Jahre altes gesetzliches Praxisverbot für HIV-positive Ärzte zum Schutz der Patienten in Großbritannien wird aufgehoben. Damit reagiert man auf die Erfolge in der AIDS-Therapie.

Anti-retrovirale Medikamente können das Übertragungsrisiko von HIV um bis zu 96 Prozent reduzieren. Wie der Online-Nachrichtendienst „Chirurgie-Portal“ berichtet, lassen sich bei zuverlässiger Einnahme der Medikamente über einen Zeitraum von etwa 6 Monaten in der Regel keine HI-Viren mehr im Blut nachweisen. Damit sinke das Übertragungsrisiko im Alltag oder bei einer invasiven medizinischen Behandlung durch einen HIV-positiven Arzt unter normalen Sicherheitsvorkehrungen gegen Null. In Großbritannien ziehe man nun Konsequenzen aus dieser Entwicklung: Ein über 20 Jahre altes gesetzliches Praxisverbot für HIV-positive Ärzte zum Schutz der Patienten soll aufgehoben werden.

Den Angaben zufolge dürfen ab April 2014 in Großbritannien auch HIV-positive Mitglieder des National Health Service (NHS) operieren und andere invasive Eingriffe vornehmen. Ergänzend dazu sei eine Legalisierung der HIV-Selbsttests in Planung. Die Gesetzesänderung betreffe Chirurgen, Zahnärzte, Hebammen und Krankenschwestern, die das AIDS-Virus in sich tragen. Voraussetzung für eine Berufsausübung sei eine vertrauliche Registrierung und eine dreimonatige Testperiode bei Einnahme der anti-retroviralen Medikamente, bis die Viruslast auf ein praktisch nicht mehr nachweisbares Niveau abgesenkt ist.

Die vollständige Meldung finden Sie hier:
www.chirurgie-portal.de
 

 
 
Antje Thiel

27.08.2013