Belastungstest für chirurgische Fäden: Prüftechnik ermittelt Materialeigenschaften



Eine Universalprüfmaschine vom Typ Inspekt table blue 5kN der Hegewald & Peschke MPT GmbH leistet in Saarbrücken wertvolle Forschungsarbeit. Wie der Hersteller der Prüfmaschine mitteilte, werde die Anlage für die systematische Entwicklung von neuen chirurgischen Nahtmaterialien eingesetzt. Die Prüfmaschine übernimmt dabei spezielle Durchzugversuche und erfülle somit grundlegende Aufgaben im Bereich der Materialprüfung. Ziel des Forschungsprojektes sei es, einen neuartigen Faden zu entwickeln, der das Vernähen von Wunden ohne Knoten ermöglicht. Dadurch würden die Zeit zum Nähen und die Narbenbildung deutlich reduziert.

Bereits heute gebe es chirurgische Fäden, die ein Durchgleiten gegen die Zugrichtung verhindern und somit die Grundvoraussetzung für das Vernähen von Wunden ohne Knoten erfüllten. Allerdings verursachten diese beim Durchziehen Schäden am Gewebe. Ein Beispiel dafür seien die derzeit genutzten „Barbed Threads“, welche sich durch asymmetrische Einschnitte im Gewebe entgegen der Zugrichtung verhaken.

Im Rahmen von Durchzugversuchen zögen die Forscher des INM die neuartigen chirurgischen Fäden durch künstliche Haut oder Schweinehaut. Dazu würden die Fäden auf einer Seite mit einem vorab definierten Gewicht belastet, während die andere Seite am Kraftsensor der Prüfmaschine befestigt werde. Im nächsten Schritt werde der Faden durch das Testgewebe gezogen und die dabei auftretenden Kräfte bei unterschiedlichen Geschwindigkeiten gemessen. Die Prüfmaschine zeichne unter anderem Entlastungskurven auf, mit deren Hilfe sich die Eigenschaften des Nahtmaterials exakt charakterisieren ließen.

„Mit der Maschine möchten wir die Kräfte ermitteln, die beim Nähen auftreten“, erläuterte Dr. Elmar Kroner, Stellvertretender Leiter des Programmbereichs Funktionelle Oberflächen am INM. „Dabei ist für uns vor allem die erhöhte Durchzugskraft relevant, die bei Zug entgegen der Nährichtung auftritt. Wir sprechen hier von der sogenannten Haftreibung zwischen Faden und Gewebe. So konnten wir u. a. zeigen, dass die Haftreibung von der Durchzugsgeschwindigkeit abhängt, jedoch nicht die Gleitreibung. Wiederholungen der Tests gaben uns Aufschlüsse über die Resistenz der Fäden gegen Beschädigungen beim Durchziehen.“

Zur Internetseite des Prüfmaschinen-Spezialisten gelangen Sie hier:
www.hegewald-peschke.de
 

 
 
Antje Thiel

01.08.2013